Mittwoch, 29. April 2026
'Alignment' - was war das nochmal?
Co-Design Canvas, die zweite. Mehr Schwung fürs Dicke-Bretter-Bohren
‚Alignment‘ - klingt wie Wichtigtuer-Sprech, ist aber absolut unverzichtbar, wenn man im Team, im Unternehmen oder mit mehreren Partnern etwas bewegen möchte. Vergangene Woche hatte ich das Glück, die Kraft dieses Alignment (der Abstimmung, Ausrichtung und gemeinsamen Absicht) zu erleben.
- Der Job: drei große Organisationen bei ihrem Vorhaben zu begleiten, mehr Inklusion ins Schulsystem zu bringen.
- Die Herausforderung: drei unterschiedliche Systeme, jeweils eigene Regeln, verschiedene Zuständigkeiten, weite Zeithorizonte, aber hoher Zeitdruck.
- Der Glücksmoment: direkt zu Beginn gemeinsam festzustellen, dass wirklich alle die gleiche Absicht haben und etwas Großes schaffen wollen.
Meine Erfahrung zeigt, dass der Auftakt eines Workshops das Feld für mögliche Lösungen bereitet - oder eben nicht. Wie ich diesen Auftakt gestalte, worauf ich das Augenmerk richte, wie ich die Teilnehmer:innen willkommen heiße, … all das macht einen Unterschied.
Dieses Mal habe ich mit dem Co-Design Canvas eingeleitet. Zur Vorbereitung hatte ich die Führungskräfte aller drei Organisationen gebeten, ihre Absicht, ihre jeweiligen Interessen und den angestrebten ‚Impact‘ - noch so ein Wort! sagen wir mal: tiefere Wirkung - im Co-Design Canvas auf Miro zu formulieren.
Das Ergebnis hatten wir dann zum Beginn des Workshops auf großer Leinwand, für alle sichtbar. Dort stand gleich dreimal sinngemäß: Wir wollen gemeinsam Schule für Kinder inklusiver machen. Die Veränderung in der Gruppe war spürbar.
Der Fokus lag nicht länger auf der Schwierigkeit des Vorhabens, sondern auf dem gemeinsamen Ziel. Und dann fließt es einfach besser.
Den Co-Design Canvas* hat federführend Prof. Wina Smeenk von der InHolland University in Leiden entwickelt. Ich darf ihn für solche gesellschaftlich relevanten Prozesse nutzen und bin hoch dankbar dafür. Denn genau dort entfaltet der Canvas seine Kraft: Er hilft Beteiligten aus verschiedenen Organisationen und Kontexten dabei, das Warum und das Wofür zu formulieren. Das öffnet den Blick, hebt das Verantwortungsgefühl und bringt Schwung, wo man sich sonst vielleicht im Klein-Klein verlieren und angesichts der Größe der Aufgabe den Mut verlieren würde.
*Wer mehr über den Co-Design Canvas erfahren möchte, kann mal hier gucken. Da gibt es auch das Buch zum Canvas.
